Die Toten Hosen spielen in Zürich. Für Eliane Tinner ist das mehr als bloss ein Konzertabend. Die Mitarbeiterin im Admin- und Kundenservice AKS von Spitex Zürich lebt seit Jahrzehnten für Punk-Musik – und steht selbst als Schlagzeugerin der Glam-Punk-Band Gutter Queens auf der Bühne. Im Berufsalltag sorgt sie für Übersicht, Organisation und hat stets ein offenes Ohr für andere. In ihrer Freizeit dreht sich dagegen alles um laute Drums, Glitzer und Energie. Zwei Welten, die erstaunlich gut zusammenpassen.
Heute spielen Die Toten Hosen in Zürich. Welche Bedeutung hat Punk-Musik für dich?
Punk-Musik begleitet mich mein ganzes Leben lang. Sie gibt mir Energie, Kraft und manchmal auch Trost. Schon als Teenager liebte ich diese direkte, rohe Art der Musik mit den einfachen Kompositionen, verzerrten Gitarrenklängen und dem treibenden Rhythmus. Dazu kam die ganze Kultur rundherum. Dieses Rebellische, Unangepasste und Ehrliche faszinierte mich schon früh. Und ehrlich gesagt, ist das bis heute geblieben. Will ich abschalten, lege ich Vinyl-Platten auf und höre Bands wie die Ramones, die Stooges oder die New York Dolls. Dann bin ich sofort in einer anderen Welt.
Wie bist du zum Schlagzeugspielen gekommen?
Ziemlich spontan. Freunde von mir waren damals in Zürcher Bands unterwegs und ich war oft bei Proben dabei. Irgendwann sah ich einem Schlagzeuger zu und dachte: Das will ich auch können. Kurz darauf gründeten wir eine Frauenband. Viel Können hatten wir am Anfang zwar nicht, dafür aber jede Menge Freude.
Und dein erstes Schlagzeug?
Das sorgte zu Hause kurz für einen Schockmoment. Ich kaufte mir spontan ein eigenes Drumset und rief danach meinen Vater an, damit er mir beim Transport hilft. Er dachte wohl eher an ein kleines Instrument. Als er das komplette Schlagzeug sah, war die Überraschung gross.
Was läuft in einer Punk-Band anders ab, als viele denken?
Viele glauben, in Punk-Bands gehe alles chaotisch zu und her. Dabei proben wir sehr diszipliniert und arbeiten viel an Songs, Arrangements und Bühnenauftritten. Unsere Band bewegt sich im Glam-Punk. Das bedeutet: Glitzer, auffällige Outfits, Plateauschuhe und eine starke Bühnenpräsenz. Bis ein Konzert steht, steckt sehr viel Vorbereitung dahinter. Es geht nicht nur um Krach.
Du arbeitest im Admin- und Kundenservice von Spitex Zürich. Was gefällt dir an dieser Arbeit?
Dass kein Tag gleich ist. Man weiss morgens nie, was einen erwartet. Es gibt ständig neue Situationen, unterschiedliche Menschen und immer wieder Herausforderungen, die es zu lösen gilt. Genau das gefällt mir.
Du arbeitest schon sehr lange bei Spitex Zürich.
Ja, inzwischen fast 24 Jahre. Angefangen habe ich damals in der Hauswirtschaft bei Home & Care bei Spitex Zürich. Nach der Handelsschule wechselte ich später in den Admin- und Kundenservice AKS. Ich bin dankbar, dass ich mich intern weiterentwickeln konnte. Bei Spitex Zürich dürfen die Menschen ihre Persönlichkeit behalten – genau dieser Mix macht die Teams stark.
Hilft dir die Musik auch im Berufsalltag?
Absolut. Musik ist für mich der perfekte Ausgleich. Nach einer Probe oder einem Konzert fühlt sich mein Kopf an wie nach einem Neustart. Man ist vielleicht körperlich müde, innerlich aber völlig erholt. Dieses Abschalten hilft mir enorm.
Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Bandproben und Arbeitsalltag?
Sehr viele. In beiden Fällen funktioniert nichts ohne Teamarbeit. Man muss aufeinander hören, sich abstimmen und manchmal auch zurücknehmen können. Allein kommt man weder auf der Bühne noch im Arbeitsalltag weit.
Was wird am Kundenservice oft unterschätzt?
Wie viel Konzentration diese Arbeit verlangt. Man macht oft mehrere Dinge gleichzeitig, wird unterbrochen und muss trotzdem freundlich bleiben. Gleichzeitig braucht es viel Einfühlungsvermögen. Menschen merken sehr schnell, ob ihnen wirklich zugehört wird oder nicht.
Wie reagieren Kundinnen und Kunden, wenn sie merken, dass du ihnen zuhörst?
Sie werden dann sehr offen und erzählen plötzlich viel mehr. Oft spürt man grosse Dankbarkeit. Das kann emotional anstrengend sein, gibt aber auch unglaublich viel zurück. Genau diese Begegnungen machen meine Arbeit besonders wertvoll.
Was bedeutet Teamarbeit für dich?
Nicht nur an sich selbst zu denken. Ein gutes Team erkennt man nicht daran, dass nie Probleme entstehen, sondern daran, wie miteinander gesprochen wird, wenn etwas schwierig wird. Bei Spitex Zürich erlebe ich genau diesen Zusammenhalt.
Was macht Spitex Zürich für dich besonders?
Die Menschen. Ich finde es beeindruckend, mit wie viel Herzblut hier gearbeitet wird. Jeden Tag leisten Mitarbeitende unglaublich viel für Kundinnen und Kunden in der ganzen Stadt Zürich. Es passt gut zusammen: Ich arbeite seit fast 24 Jahren bei Spitex Zürich und genauso lange spiele ich Schlagzeug in meiner Band. Beide Welten machen mich aus.
Eliane Tinner
Bei Spitex Zürich seit: 2002
Funktion: Admin- und Kundenservice AKS
Du möchtest ebenfalls bei uns mitwirken? Besuche unsere Karrierewebsite und entdecke deine Möglichkeiten!
Bilder: Johannes Jakobs